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Ein sehr interessanter und umfangreicher Freiwilligenbericht, der die Situation vor Ort im PADE Projekt sowie das Projekte Schulen Quilotoa von allen Seiten beleuchtet. Sehr empfehlenswert.

Buenas, Hi,

Das Sozialprojekt „Pade“ ist ein von viSozial geleitetes Sozialprojekt in einem Randbezirk in den Bergen Quitos. Das Projekt kümmert sich in der Woche, um eine tägliche Betreuung, Hausaufgaben und eine frisch zubereitete Mahlzeit. Es geht meist um 15 Uhr los und endet dann gegen 17Uhr, wobei es oft länger geht, da der eine oder andere etwas länger braucht, oder Projekte, Hilfsmittel oder einfach kommende Tage organisiert werden müssen.

Die Woche geht Montags los und endet Donnerstag. Freitags und Samstags gibt es ebenfalls eine Programm „Becas“ welches ,sich, um die Förderung einer kleinen Gruppe bezieht. Dort wird dann im Garten gearbeitet, Hausaufgaben gemacht und zusätzlich gewisse Schulthemen wiederholt oder bearbeitet. Es gibt 5 verschiedene Altersgruppen die von jeweils einer Leiterin betreut werden. Die Gruppen beginnen mit 4 Jahren und enden mit 15/16 Jahren.

Ich bin Joshua, 24 Jahre alt und komme aus der Nähe von Köln und habe mich nach einiger Suche dafür entschieden nach Ecuador in das Projekt Pade zu gehen. Wie meine Vorgängerin, war ich ebenfalls auf der Suche nach einem Projekt in Südamerika. Einem Projekt, indem es wirklich, um das Sozialprojekt geht und man nicht eine Menge von Vermittlungsgebühren an eine Organisation zahlt und der Großteil nicht bei jenen ankommt die es benötigen. Weiterhin war mir der echte Gedanke der Organisation wirklich wichtig und durch die langjährige Mitarbeit der einzelnen Helfer, der Gastfamilie, die schon viele Freiwillige aufgenommen hat, wusste im Vorfeld schon grob, das dies der richtige Ort sein könnte. Im Nachhinein hat sich vor allem die neben der Arbeit schon freundschaftlich zusammengewachsenen Gemeinschaft, der Pade Helfer, als eine weiterer überzeugender Punkt erwiesen, dass hier ein längerfristiges Projekt und vor allem aber eine riesige und funktionierende Sozialstruktur vorgelebt wird. Dies hat und wird auch in Zukunft eine große Bedeutung und positiven Einfluss auf die Kinder haben.

Sozialprojekt „Para dar Esperanza“ Santa Maria Quito

Das Land Ecuador war für mich zu Beginn nicht mein primäres Ziel ! Ich wollte gerne noch ein mal nach Südamerika zurück und in einem Sozialprojekt mit anpacken. Genau wusste ich nicht wohin ich eigentlich wollte. Auch zu Beginn meiner Reise konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, welch eine landschaftliche Vielfalt in Ecuador, ein Reichtum an Tieren und einer durch die örtlichen Gegebenheiten so unterschiedliche entwickelte Bevölkerung auf mich warten werden würden. Auch deshalb ein absolutes muss, einmal nach Ecuador zu reisen.

Der Ort der Fundaciòn in Santa Maria in Quito gehört zu den ärmeren Vierteln in Quito und ist hoch gelegen, mit einem schönen Blick auf Quito. Die Menschen leben sehr einfach, in nicht  verputzen Häusern ohne Fenster und doch herrscht eine zu tags friedliche und dorfähnliche Atmosphäre. In den einigen Malen in denen ich durch Santa Maria gelaufen bin (hoch und runter, wie überall in Quito) trifft man in den umliegenden Häusern auf viele bekannte Gesichter der Kinder und Eltern aus dem Projekt.

Die Anfahrt benötigt knapp 50 Minuten, vom Standpunkt meiner Gastfamilie aus bis zum Haus der Fundaciòn. 50 hört sich erst mal nach einer langen Zeit an ! Wer aber bereits ein mal in Südamerika war weiß, dass gerade die alltäglichen Situationen wie Busfahrten, Bahnhöfe etc. eine große Möglichkeit sind das richtige Südamerika kennenzulernen und sich die Gewohnheiten, Bräuche und Regel in Ruhe als Beobachter anzuschauen. Das Gedränge beim Aussteigen, die Sänger, Instrumentspieler, Rapper, Bettler, sie alle verdienen sich meist ihr kleines Geld in den Bussen von Quito, oder der Busfahrer der für seine Familie  eine Matratze in einem abgesperrten Teil des Busses aufgebaut hat, auf der kleine Kinder schlafen und die Mutter ihre Nachrichten durchgeht.

Das Team besteht aus 6 Mitarbeitern und oft aus mehr, wenn einige Töchter aushelfen und das Team mit unterstützen. Einige Kinder der Betreuer sind auch regelmäßig dabei und gehören zum Team dazu. Vor Ort merkt man das die Gruppe schon lange zusammenarbeitet und auch außerhalb der Arbeit befreundet ist. Dadurch das auch oft kleine Geschwister mitkommen oder ältere Geschwister aushelfen, falls mal jemand nicht kann, entsteht schnell eine sehr familiäre Atmosphäre. Viel arbeiten schon lange in der Fundaciòn und kennen bereits die älteren Geschwister aus voriger Zeit und haben so schon einigen Kontakt zu den Eltern aufgebaut. Sie sind ausserdem oft länger im Projekt und bereiten Projekte an Wochenenden vor oder planen die nächsten Tage oder halten einfach ein wenig Smalltalk.

Ablauf und Bewerbung gingen ebenfalls sehr strukturiert und schnell. Nachdem ich meine Bewerbung nach Südamerika geschickt hatte, habe ich nach einem Skype Gespräch in Deutschland direkt ein Skype Gespräch nach Quito mit der dortigen Leitung bekommen und habe alle wichtigen Dinge und Fragen klären können.

Sprachlich ist es natürlich immer ein Vorteil, wenn man in der Lage ist eine wenige Sätze Spanisch zu sprechen! Gerade aber die Kinder machen es einem leicht, auch wenn man noch nicht in der Sprache gefestigt ist, sich zu integrieren und trotzdem schnell Teil des Ganzen zu sein. Wer nicht gut Spanisch spricht, kann trotzdem an vielen Stellen mit anpacken und einiges bewirken.

Meine Arbeit vor Ort lief knapp 1 Monat und ein paar Tage, auf Grund dessen, dass zur meiner Ankunft noch Ferien waren. In der 1ten Woche habe ich alle Gruppen und deren Leiterinnen an den einzelnen Tagen kennengelernt. Bereits nach einem Tag war ich von allen Kindern und auch den Helfern vollständig integriert. Die Kinder sind sehr sehr offen und zeigen viel Herz und Freude in vielen Situationen.

Man kann in Mathe helfen, die Englisch Hausaufgaben übernehmen oder einfach nur mit den kleinen, kleine Spiele, Puzzle oder Lieder singen.

Wir haben viele Sachen zusammen erlebt und schon nach einem Tag wurde ich von einem der Kinder schon mit ´Hola mi Amigo Josuè begrüßt. An einem Wochenende sind wir zusammen ins Kino gefahren und haben das erste Mal zusammen einen 3D Film geguckt. Abschließend ging es dann noch zu einem gemeinsamen Essen und Spielen in einem Park.

Am letzten Donnerstag des Monat werden meist alle Geburtstagskinder des vergangenen Monats gefeiert und die Kinder bekommen vielleicht das einzige Mal eine kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag. Ein T-Shirt,ein Spielauto, eine Puppe oder Materalien wie Hefte oder Stifte für die Schule. Es wird getanzt und einige Spiele wie Sackhüpfen gespielt. Getanzt wird mit Partner und einer einer Zitrone zwischen den beiden Köpfen. Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit gab es noch eine kleine Verabschiedung mit den Kindern und einige kleine Bilder und Bastelarbeiten und ein gemeinsames Essen mit den Mitarbeitern.

Meine Gastfamilie lebt nah am Zentrum in Quito und besteht aus den Eltern und einer Tochter und einem Sohn. Gleich nach der Landung wurde ich von meiner Gastfamilie abgeholt und wir sind gemeinsam nach Hause gefahren. Ich wurde direkt sehr herzlich aufgenommen und habe viele wertvolle Tipps zum Land, kostenlose Sprachkurse und auch Exkursionen zusammen in die Stadt bekommen (Matteo macht sich sehr gut als Touristenführer) (:

Wir sind oft zusammen unterwegs gewesen und sind auch einige Male zusammen an den Wochenenden unterwegs gewesen. Nach einer langen Reise in Ecuador habe ich mich immer sehr gefreut, auf mein gemütliches Zimmer in Quito. Am 1. Tag hat mich meine Gastmutter zum Projekt begleitet und mir den Weg rauf zur Fundaciòn gezeigt. Auch sie ist ein großer Fan der Fundaciòn und bleibt jedes mal dort bis der Tag in der Fundaciòn vorbei ist (: Ebenfalls war ich auch mit meiner Gastmutter gemeinsam in Quilotoa. Mit meinem Gastvater war ich einige Male im Zentrum und wir haben so zusammen das ein oder andere zusammen erlebt (: (Saludos Don Carlitos (; )

Quilotoa Primer Parte:

Eine weitere unglaubliche Erfahrung war die Reise nach Quilotoa auf knapp 4.000 Meter an deren Spitze sich die Laguna Quilotoas befindet, die ein weiteres unglaubliches Naturereignis in Ecuador ist. Cris, die Koordinatorin des Projektes vor Ort in Quito, besucht oft ein weiteres Projekt von Visozial in Quilotoa und versorgt die dort weit abgegrenzten Schulen der meist indigenen Bevölkerung mit Schulmaterialien und Lebensmitteln. Gemeinsam mit Cris, meiner Gastmutter und einem Camion sind wir die knapp 4stündige Fahrt gestartet und nach spannender Fahrt gegen 9Uhr abends in einem kleinen Dorf an der Laguna angekommen.

Vor Ort sind wir drei dann von einer Familie aufgenommen worden, deren Vater als Mann vor Ort die Kontaktstelle für Cris in Quito ist.

Die Familie hat uns herzlich mit einem Maté Te und einer Suppe in empfang genommen. Daraufhin haben wir uns die Lage vor Ort angehört und gemeinsam mit den 13 anderen Bewohnern des kleinen Hauses die Lage und Situation vor Ort besprochen.

Quilotoa Parte Segundo:

Vielen der Menschen dort sprechen heute noch Quechua und leben in traditioneller Weise, was ein unheimliches Glück war dies aus nächster Nähe zu erfahren. Vor allem aber nicht in touristischer Absicht und Dank dessen, das Cris bereits einige Male vor Ort haben wir viele Kontakt zu den Menschen vor Ort gehabt und sind direkt in die Alltagssituation eingestiegen. Nach einer kalten Nacht ging es dann nach einem heißen Kaffee mit dem PickUp in die umliegenden Communidades und wir begannen an den Schulen Lebensmittel und Schulmaterialien zu verteilen.

An allen 5 Schulen wurden wir sehr freundlichen empfangen und nach einer kleiner feierlichen Übergabe haben wir dann noch , als Geschenk für die Unterstützung ein Riesen Essen bekommen. Jedes mal Essen an jeder Schule (:

ViSozial und vor allem Cris haben mir dadurch eine unfassbare Möglichkeit gegeben, die Situation der indigenen Personen, deren Kultur aber vor  allem, deren unfassbare Freundlichkeit und Zurückhaltung kennenzulernen. Wir haben viel gelernt,gesehen aber auch viel zusammen mit den  unterschiedlichen Menschen gelacht.

Möglichkeiten zur Unterstützung sind hier so groß und beginnen schon mit einer Kleinigkeit und schenken schon oft eine kleinen Funken an Hoffnung, der manchmal vielleicht schon ausreicht.  Ob es finanzielle Unterstützung ist, der Bau von Toiletten, Gartenanlagen oder anderen Reperaturarbeiten, das mitbringen von Stiften, Hefte! Alles hilft hier einen Schritt weiter zu kommen.  Auch ein guter Englischkundiger kann durch sein Wissen vielen Jungs und Mädels vor Ort helfen. Wer Sportbegeistert ist kann auch hier vieles umsetzen. Bewegungsbegeistert und Koordinativ gut geschult sind hier im Vergleich zu Deutschland meist alle !

Mein Dank an Visozial und meine Gastfamilie ist groß und ich bin dankbar so viele positive aber auch negative Erfahrungen gemacht zu haben, die mich wiedereinmal ein deutliches Stück weiter gebracht haben. Auch eine negative Erfahrung kann oft zu einer positiven werden. Oft wurde mir gedankt für die Sachen die ich getan habe und dafür, dass ich in diesen Projekt mitgeholfen habe.

Wer es richtig anstellt, dem wird aber viel mehr gegeben als man in diesen 2 Monaten zurückgeben kann. Und auch, wenn es materiell eine sehr aufwendige Reise für mich persönlich war hat es mir wieder einmal sehr sehr viel gebracht. Und, wenn es nur das Wissen wäre in welchem unfassbaren Reichtum und mit welchen Riesen Möglichkeiten wir hier trotz aller Bedingungen leben, wäre dies schon ausreichend gewesen. (Unabhängig der sozialen Bildungsklassen !)

Der Vergleich zwischen Deutschland, Europa und Ecuador, Südamerika ist müßig. Keine der beiden Welten ist perfekt, noch gibt es eine die zu bevorzugen ist. Und doch unterscheidet sich Deutschland in einem für die Entwicklungshilfe sehr wichtigen Faktor: die Möglichkeiten. Und dass darf nicht so bleiben. Jeder sollte egal welcher Herkunft, ob reich oder arm, Deutscher oder Ecuadorianer, die gleichen Möglichkeiten erhalten! Die Möglichkeit auf Bildung, Wissen und den damit verbundenen Fortschritt der eigenen Persönlichkeit.

Und jede Spende, jeder Sozialeinsatz verändert und eröffnet Möglichkeiten (die eigenen und die anderen ) !

Joshua Schrade

Eindrüche aus der Lebensmittel und Schulmaterialien Übergabe in Quilotoa

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