Unsere Patenschaft in Santiago de Okola Gepostet am 10.08.2009 von Visozial

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PICT1726 small1 150x150 Unsere Patenschaft in Santiago de OkolaDie feierlichen Aufregungen der letzten Woche rund um das Fest „Toma de Nombre de la Promocion“ in Santiago de Okola, Boliven werden mir unvergesslich bleiben. Seit zwei Wochen bin ich, Lisa, die neue Praktikantin und Teil des Teams hier vor Ort in La Paz.

Meine Hauptarbeit ist die Unterstützung von viSozial e.V. in Bolivien und damit die Arbeit mit den beiden Projekten Luz de Esperanza und dem Dorfentwicklungsprojekt in Santiago de Okola, das ich auch gleich in der ersten Woche meines Praktikums zusammen mit dem ganzen Team aus La Paz besucht habe.

Am Donnerstag letzte Woche ging es dann auch gleich früh los. Wir starteten unsere Tour von La Paz in Richtung Titicacasee und erreichten nach ca. zweieinhalb Stunden Fahrt durch eine karge, jedoch sehr interessante Landschaft das wunderschön gelegenen Dorf Santiago de Okola. Das Dorf liegt am Fuß eines großen drachenförmigen Berges, dem Sisasani-Berg.

Dort fand zu Ehren von viSozial die „Toma de Nombre de la Promocion“ statt, bei welcher viSozial die Patenschaft für die Abiturklasse der von uns unterstützten lokalen Schule übernahm.

Wir wurden sehr herzlich von den Autoritäten im Dorf empfangen.Die „Toma de Nombre de la Promocion“ ist eine langjährige Tradition die früher vorwiegend in den Städten verbreitet war, die aber nach und nach auch auf dem Land und in den Dörfern Einzug gefunden hat. Bei dieser groß zelebrierten Feier werden die Abiturienten eines Abschlussjahrganges in den Kreise der Erwachsenen aufgenommen. In Santiago de Okola war dies erst der dritte Abiturjahrgang mit insgesamt 7 Jugendlichen.  Auch deshalb ist es sehr wichtig die Schule zukunftig weiterhin zu unterstützen, indem wir zum Beispiel geeignetes Lehrmaterial für die Schule zur Verfügung stellen.

PICT1709 375x500 Unsere Patenschaft in Santiago de Okola

Nach den offiziellen Reden der Autoritäten, bei welchen viSozial für die Unterstützung gedankt wurde, überreichten wir den Schülern ihre Abschlussgeschenke. Da die Schule Santiago de Okola im September Ausrichter der regionalen Schülerolympiaden war, bekam jeder Schüler als kleine Geste einen Sportanzug überreicht. Zum anderen bekam jeder Schüler einen Pin mit dem Logo von viSozial, um auch symbolisch als Paten für die Schüler zu fungieren.

Danach gab es ein richtig traditionelles Festmahl, das von den Dorfbewohnern selbst zubereitet wurde. Natürlich gab es auch regionales Bier und Schnaps zu trinken und nach einigen Tänzen und anregenden Gesprächen mussten wir auch schon wieder los um den holprigen Heimweg anzutreten.

Auch in Zukunft möchten wir unsere neuen Patenkinder unterstützen. Jugendliche, die auf dem Land aufwachsen, kennen kaum die Bildungsangebote der Städte in Bolivien, so das sie dort meist keine Zukunft für sich sehen. Indem wir den Jugendlichen aufzeigen, welche Ausbildungsmöglichkeiten sich für sie in den Städten auftun würden, verhindern wir das Problem der Abwanderung ins Ausland.

Desweiteren versuchen wir zusammen mit den Kommunen in Santiago de Okola das Projekt gemeindeorientierter Tourismus weiter auszubauen. Dieses Projekt soll den Tourismus in den Gemeinden fördern und damit weitere Einnahmequellen für die Einheimischen generieren. Es werden Übernachtungsmöglichkeiten, sowie Touren für Touristen angeboten. Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist, das die Menschen aus dem Dorf in den Tourismus integriert werden und auch an den getroffenen Entscheidungen teilhaben.

Mein Fazit des Besuches ist das die „Toma de Nombre de la Promocion“ eine sehr gelungene Fiesta geworden ist und auch die dort lebenden Menschen aus dem Dorf hinterließen bei mir einen durchweg positiven Eindruck. Trotz einfachster Lebensweise hatte ich das Gefühl, dass die Menschen dort sehr glücklich sind mit dem was sie haben. Für mich war es sehr beeindruckend eine solch urprüngliche Lebensweise kennenzulernen und ich freue mich auf die weitere Arbeit im Dorf.

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1 Kommentar

  • Kristina 28.08.2009 at 13:24

    Ja, das Gefühl hatte ich bei meinen Lateinamerikareisen auch immer, die Menschen sind wsl. zufriedener als die meisten Europäer, obwohl sie nicht viel haben. Das hat mir immer sehr zu denken gegeben und irgendwo beschämt. Ich hab mich in Lateinamerika auch immer sehr wohl gefühlt!

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